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  • Jürgen Grünauer

Facebook News: Instagram und Facebook-Messenger sollen gemeinsames Gruppen-Chat-Feature bekommen

Sicherheit oder die Zusammenführung aller Messenger? Für eines von beiden muss sich Facebook bald entscheiden. Die neuesten Features zeigen eine Tendenz.

Das Social-Media-Unternehmen verkündete, dass ab sofort ein neues App-übergreifendes Gruppen-Chat-Feature für Instagram und den Facebook Messenger verfügbar ist. Mit der neuen Funktion können UserInnen mit mehreren Kontakten einen Chat starten – unabhängig davon, welche der beiden Facebook-Anwendungen genutzt wird.


Weiters schreibt Facebook, dass jetzt auch die beliebten Polls (dt. Umfragen), die bereits für den Facebook Messenger verfügbar sind, in den Instagram DMs genutzt werden können. Außerdem können NutzerInnen im Gruppen-Chat sowohl bei Instagram als auch im Messenger nun sehen, ob mehrere Kontakte gleichzeitig schreiben. Dies wird mittels der bekannten drei Punkte in einer Chat Bubble angezeigt, neben der Profilbilder der schreibenden UserInnen auftauchen. Neben den bereits erwähnten Features, ergänzt Facebook den Messenger und Instagram Direct um ein neues Chat Theme.


Sicherheit oder Verschmelzung: Facebook muss sich entscheiden

Der neue Gruppen-Chat, der sowohl über den Messenger als auch über die Nachrichtenfunktion von Instagram gestartet werden kann, ist keine bahnbrechende Neuerung. Schließlich verkündete der Social-Konzern bereits im September 2020, dass die beiden Chat Features der Apps zusammengeführt werden. Und auch die neuste Entdeckung der Reverse-Engineering-Expertin Jane Machun Wong zeigt, dass Facebook das App-übergreifende Teilen von Inhalten fördern möchte.


Die neuen Funktionen sind allerdings als weiterer Schritt in Richtung Zusammenführung aller Apps der Facebook-Familie zu sehen. Das heißt, dass nicht nur die Facebook App und Instagram näher zusammenrücken, sondern auch WhatsApp vermehrt mit den anderen Plattformen verschmilzt. Dies zeigt auch die erst kürzliche gelaunchte One-Click-to-WhatsApp-Funktion für Instagram.


Dieser Plan ist vielen UserInnen und BranchenkennerInnen bekannt – und ruft KritikerInnen auf den Plan. Denn anders als bei WhatsApp sind die Nachrichten auf den anderen Plattformen nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Und das ist laut der kritischen Stimmen auch gut so. Denn die endgültige Verschlüsselung der Nachrichten könnten beispielsweise Cyber-Kriminelle ausnutzen. Bereits jetzt wird Facebook nachweislich genutzt, um schwerkriminelle Handlungen wie Menschenhandel zu organisieren. Allerdings ist die private Kommunikation mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein Alleinstellungsmerkmal von WhatsApp in der Facebook-Familie, das auch in zahlreichen Kampagnen gepusht wurde. Das heißt, der Social-Konzern muss sich nun entscheiden, ob der Plan, die Apps zusammenzuführen, durchgeführt wird oder der Sicherheitsaspekt dieses Vorhaben doch noch stoppt. Der Launch des neuen App-übergreifenden Gruppen-Chat-Features lässt aber eine erste Tendenz erkennen.

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