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  • Jürgen Grünauer

Social-Media 2023: Diese Strömungen sind wichtig!

Was auf Social Media im Jahr 2023 trendet und wie Marketer die Entwicklungen für erfolgversprechende Kampagnen nutzen können, erfährt ihr in diesem Bericht.

Im Jahr 2023 fließen die reale und digitale Welt weiter ineinander. TikTok ist auf dem besten Weg an die Spitze der Social Apps zu gelangen. Social Media entwickelt sich über alle Plattformen unaufhaltsam zum Dreh- und Angelpunkt für Marketing-Aktivitäten und die Kund:innenkommunikation. Was bedeutet das für die Brand-Strategie von Unternehmen? Die Antworten gibt es in diesem Artikel. Es werden die vier einflussreichsten Strömungen im kommenden Jahr erläutert.


Wie schafft man es als Brand auf TikTok, von der Gen Z geliebt zu werden?


Echte digitale Beziehungen knüpfen: Communities sind 2023 relevanter denn je

Das kommende Jahr wird zum Jahr der Communities avancieren – persönliche, private, themenbasierte Gruppen und Kanäle, die als Schutzraum und VIP Area funktionieren. Echte Verbindungen unterstützen statt universelle Content Streams ausspielen, dorthin geht ein Weg kund:innenzentrierter Interaktion über Social Media. Marketern steht hierfür eine Fülle von Plattformen und Kanälen zur Verfügung, und zwar jenseits der Platzhirsche Instagram und TikTok.


So hat sich Discord leise aber unwiderruflich aus der Gamer-Nische herausbewegt, Snapchat lockt Marken mit einem Füllhorn an AR Features und BeReal beansprucht ebenfalls einen Teil des Community-Kuchens. Letztgenannte App kam wie aus dem Nichts und hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, sich durch das Versprechen von Authentizität in die täglichen Social-Media-Routinen vieler Nutzer:innen zu integrieren. Die bereits seit Jahren existierende „Enge Freund:innen Funktion“ auf Instagram erlebt parallel einen Aufschwung, punktet mit Special Features für Gruppen und ähnelt im Auftritt sogar dem durch Admins betreuten Broadcast-Format auf WhatsApp.


So werden aus Usern Brand Lover

Kuratierter Content, vorgestellt durch Markenbotschafter:innen aus dem Unternehmen oder Creatorn, erhöht das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Marke und stärkt die Loyalität. Aus Usern werden Heavy Brand Lovers, die Clubvorteile genießen und sich dadurch für die Marke öffnen. Gut umgesetzt winken neben einem Umsatz-Boost auch wertvolle Insights zum Kund:innenverhalten, die in uneingeschränkten Netzwerken im Sande verlaufen. Brands sollten, wenn sie sich von dieser Strömung mitreißen lassen wollen, Communities gekonnt auf dem passenden Kanal platzieren und limitieren. Social Clubs ausbauen, Kund:innen separiert und individuell abholen sowie dann exklusiven Content bereitstellen – so lautet die Handlungsempfehlung.


Auf Social Media ist die Zeit reif für ziemlich enge Freund:innen

Ein möglicher Ort hierfür ist Instagram mit der „Enge Freund:innen Option“. Marken, die hier schon präsent sind, laden engagierte Brand Lover und Influencer in Gruppe ein und fördern so echte Begegnungen und Interaktionen. Ein Austausch, von dem beide Seiten profitieren und der den Turbo der Kund:innenbindung schaltet. Diese VIP Social Areas bieten eine wertvolle Verlängerung klassischer Clubs in die Social Media Welt oder ersetzen diese sogar. Pre Sales zum Saisonstart, limitierte Kollektionen, Deep Dives in Produktion oder anderes Storytelling und geschützte Netzwerke übernehmen die Rolle einer:eines Marketing-Inkubatorin:Inkubators und liefern für Umfragen wertvolle Erkenntnisse. So nahe an Kund:innen wie mit der „Enge Freund:innen Funktion” sind Marken sonst mit nahezu keinem anderen Tool im Social Media Marketing.


Virtuelle Influencer als Social Brand Voice

Mittels künstlich erschaffener Avatare können Brands ihrem Community Management eine Stimme und einen visuellen Wiedererkennungswert verleihen, die langfristig auf die Engagement Rate und Brand Love einzahlen. Für Marketer rückt hier die Frage ins Zentrum, wie virtuelle Influencer die realen Creator, abhängig vom Kommunikationsziel und der Kampagnenstrategie, sinnvoll ergänzen. Avatare können dort einspringen, wo Kooperationen mit echten Menschen zu aufwendig wären, oder mit ihren realen Kolleg:innen zusammenarbeiten, um so den Echtheits-Credit anzutreiben. Richtig eingesetzt, dienen virtuelle Influencer als Markenbotschafter:innen, die ein Unternehmen, dessen Mitarbeiter:innen sowie die moralischen und ethischen Werte repräsentieren.


Avatare trenden – sind jedoch nicht risikofrei

Noch herrscht beim Einsatz von Avataren eine Art Wildwest-Stimmung, denn rechtliche Grundlagen fehlen diesbezüglich weitestgehend. Brands müssen die Authentizität und Diversität sicherstellen und für eine ausreichende Kenntlichmachung auf allen Social Channels sorgen.


Social Platforms 2023: Kreativität und freies Wissen

Entertainment in Reinkultur? War gestern! Edutainment statt Entertainment lautet die Handlungsmaxime für Marketers, denn TikTok avanciert zum neuen Rising Star am Gen Z-Suchmaschinenhimmel. Eine verbesserte Suchfunktion und die Erhöhung des Zeichenlimits für Captions auf 2.200 Zeichen sorgen dank intelligenter Keyword-Erhebung für eine höhere Content-Auffindbarkeit innerhalb der Plattform. Beide Funktionen begünstigen die Entwicklung von TikTok hin zu interessanten Inhalten und befeuern gleichzeitig die Nutzung der Social-Plattformen als Search Engine.


Mit der Integration der neuartigen Features geht TikTok vorrangig auf das veränderte Nutzungsverhalten der User ein: Denn 40 Prozent der Kernzielgruppe, die Generation Z, nutzt TikTok verstärkt als Suchmaschine. Ein logischer Schritt in der TikTok-Evolution: Als Plattform, die auf authentischen und primär User Generated Content einzahlt, suchen Nutzer:innen hier nach Informationen, die auf den Erfahrungswerten der Content Creator: innen beruhen. Hier ist zu raten, Marken einen Content-Fahrplan auf Basis solcher Inhalte zu denken, die ein Match mit der TikTok Community und der Brand-Strategie gleichermaßen bilden.


Shopping 2023: Social Commerce als Umsatz-Booster

Wir konsumieren in einer Zeit, in der immer mehr Menschen via Social Networks auf Produkte und Services aufmerksam werden. Hier geben sie Inspirationen für Designs, sprechen Empfehlungen aus und kommentieren die Kaufentscheidungen anderer Kund:innen. Sicher ist Europa lange nicht China, wo bereits knapp die Hälfte des E-Commerce-Umsatzes über Social Media in die Unternehmenskassen fließt. Aber der Weg ist vorgezeichnet und jetzt liegt es an der Zusammenarbeit von Plattformen, Markenhersteller:innen, Content Creators, Payment-Anbieter:innen und Agenturen, Potenziale auszuschöpfen.


Diese Social-Plattformen bieten spannende Shopping Features

Content wird in den kommenden Monaten zunehmend shoppable. Wer Produkte über Social Media-Plattformen wie Instagram, aber auch WhatsApp und Pinterest promotet und verkauft, der verbindet Awareness, Empfehlungsmarketing und den Einsatz von Influencer mit unmittelbaren Kaufoptionen. Impulsiv und unkompliziert kaufen Konsumierende direkt im Channel. Wie stark sich die Strömung im kommenden Jahr entwickeln wird, das variiert von Plattform zu Plattform, von Region zu Region. Auf TikTok entwickeln sich ganz eigene Shopping-Dynamiken durch gehypte Produkte, die schnell wieder ausverkauft sind. Alleine der Hashtag #tiktokmademebuyit hat fast 30 Milliarden Aufrufe.


Das verdeutlicht, wie sich die Machtverhältnisse von Markenhersteller:innen zur Community verschieben und das Marketing beeinflussen. Der Trend hat aktuell insbesondere in der Beauty-Industrie seinen Peek, wo Nutzer:innen Videos posten, in denen sie virale Kosmetikprodukte testen und Hypes dadurch anheizen.


Instagram verabschiedet sich 2023 vom Shopping Tab. Stattdessen etablieren sich Reels als neues Shopping-Format: Brands können ihre Produkte nach Lust und Laune in Reels markieren und damit reichweitenstark an Instagrammer ausspielen. Durch die Zusammenarbeit mit Creatorn gewinnen Kampagnen noch mehr an Fahrt. Shoppable Reels bieten also viel Potenzial für Marken und sind zugleich angenehm für Konsumierende.


Live Stream Shopping auf TikTok

Parallel präsentiert YouTube neue Liveshopping-Features mit Umfrageoptionen und Möglichkeiten, wie dem Verkauf exklusiver, gebrandeter Produkte. Auch die Integration des Affiliate-Programms für Shorts und Videos macht deutlich, wie das Tech-Unternehmen Google das Thema Social Commerce bewertet. Für Marken ergeben sich im Kontext von Social Commerce nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für Kampagnensteuerung und Umsatzwachstum.


Fazit

Marketer sollten im Jahr 2023 neue Perspektiven einnehmen, um am Ball zu bleiben und auf die veränderten Bedürfnisse der User eingehen zu können. Es bedarf der Weiterentwicklung von Social-Media-Marketing-Strategien, angepasst an das Nutzungsverhalten der Zielgruppe. Nur die Brands, die maßgeschneiderten, community-gerechten Content liefern, authentische Markenbotschafter:innen und Content Creator an Bord holen und sich als ehrlicher Kompass im digitalen Dschungel etablieren, sichern langfristig ihren Erfolg.

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