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  • Jürgen Grünauer

TikTok startet horizontalen Modus à la YouTube

Ausgewählte User können TikTok aktuell im horizontalen Modus nutzen. Das erinnert an YouTube und könnte bei der Rezeption von Longform-Videos helfen. Ob die User des durch 9:16 Clips geprägten TikTok diese Änderungen gut aufnehmen, ist die Frage.

Einige Creator weisen Viewer auf TikTok in ihren Videos an, ihr Smartphone zu drehen, um den Clip auch in TikToks 9:16 Feed quasi im horizontalen Modus schauen zu können. Insbesondere bei Landscape-Aufnahmen und längeren Videos kann das die Rezeption verbessern.


Aber diese Art von Workaround könnte ebenso angewendet werden, wenn Creator Content von anderen Plattformen, allen voran YouTube, integrieren. Diesen Trick müssen die TikTok Creator künftig womöglich aber nicht mehr anwenden. Denn die Entertainment-Plattform experimentiert bereits mit einen horizontalen View-Modus – und bestätigte das gegenüber TechCrunch. Mit diesem Modus könnte TikTok eine flexiblere Videorezeption bieten und YouTube auf noch mehr Ebenen Konkurrenz machen.


TikTok vs. YouTube? Der horizontale Modus als nächster Vorstoß

Die Popularität TikToks und insbesondere des vertikalen Feeds sowie der For You Page hat längst diverse Plattformen dazu veranlasst, ähnliche Features oder Feeds zu erstellen. Instagram und Facebook haben Reels eingeführt und stark gepusht. Amazons neuer vertikaler Video- und Foto-Feed für Produkte, Inspire, ist ebenfalls eindeutig von der Entertainment App inspiriert. Und das Format YouTube Shorts kann gleichsam als TikTok-Kopie durchgehen.


Besonders die Shorts sind derzeit äußerst erfolgreich. 1,5 Milliarden pro Monat – so viele User hat YouTube Shorts mittlerweile. Zudem hat Google die Monetarisierung für Creator in diesem Bereich vorangetrieben und inzwischen Ads eingeführt. Darüber hinaus können Interessierte Shorts nunmehr auf TV Screens anschauen. Und Creator können einfach diverse Videos in ein Short umwandeln.


Bereits im Februar 2022 erlaubte TikTok zehn Minuten lange Videos; das war ein Schritt, der den Kernelementen der App zunächst zuwiderlief. Allerdings bietet die Option mehr Raum für Ads und Storytelling. Letzteres könnte auch mit dem horizontalen Modus unterstützt werden, der ebenso darauf abzielen könnte, Rezeptionsmuster von YouTube zu übernehmen – und Viewer so wie Creator für TikTok abzuziehen.


So sieht der neue Modus aus

Der Horizontal Mode bietet Viewern die Option, in einem Video auf ein Screensymbol (vier weiße Ecken) zu tippen, neben dem der CTA-gleiche Schriftzug „Full screen“ zu sehen ist. Dann dreht sich das Video in den horizontalen Vorschaumodus. In dieser Ansicht sind die Buttons zum Teilen, Kommentieren und dergleichen ebenfalls am rechten Bildrand zu sehen. Dieser ist, genau wie der linke Bildrand, aber schwarz, da das Video im Zentrumsbereich des horizontalen Modus angezeigt wird.


Bislang können nur einige ausgewählte User diese Ansicht nutzen. Ob sie für alle auf TikTok eingeführt wird, ist derzeit unklar. Das dürfte auch vom Feedback der Tester:innen abhängen. Womöglich sind viele TikTok User zunächst gar nicht so begeistert von der Funktion, da sich TikToks einzigartiger Status in der App-Landschaft auch auf dem Fokus auf den vertikalen Scrolling Feed stützt.


Auch das Feature selbst könnte vor einem etwaigen Launch noch verändert werden. Möglich ist ein intuitiverer Start des horizontalen Modus, also etwa das einfache Drehen des Smartphones anstelle des Tippens auf das Screensymbol als Ausgangspunkt. Dieses Prinzip funktioniert bei anderen Apps ebenfalls.


TikTok toppt weiterhin die App Charts, zeigt aber ein verlangsamtes Wachstum

Wie populär TikTok ist, zeigt sich nicht nur an den zahlreichen Kopien der App und der App-Elemente. Ein Blick auf die Download Charts im November 2022 verdeutlicht ebenfalls, dass TikTok eine dominante Rolle in der Digitallandschaft innehat. Mit 50 Millionen globalen Downloads allein in diesem Monat ist die App immer noch die meistheruntergeladene.


Allerdings gab es in den USA einen Einbruch beim Wachstum. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde TikTok um 33 Prozent weniger heruntergeladen. Trotz dieses Einbruchs bleiben die Download-Zahlen der App erstaunlich: Seit 2018 ist TikTok laut dem „Consumer Trends Report 2023“ fast vier Milliarden Mal heruntergeladen worden. Aus der Studie geht auch hervor, dass die Mehrheit der in den USA befragten Gen Z (66 Prozent) und Millennial User (53 Prozent) TikTok linearem Fernsehen oder Video-Streaming vorziehen. Dieser Trend könnte sich mit einem horizontalen Modus noch verstärken, selbst wenn er für einige User einem Bruch mit der Plattformnorm gleichkommt.

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