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Twitter zwingt Advertiser zu Bezahlabos – und bringt blaue Haken kostenlos für große Accounts zurück

Elon Musk zwingt Advertiser auf Twitter für Abonnements zu zahlen. Weil diese schlecht angenommen werden, erhalten Accounts mit Millionen Followern weiterhin kostenlos blaue Haken.

CEO Elon Musk machte auf Twitter ernst und entfernte die Legacy Blue Checkmarks bei Accounts umfassend. Doch während der Multimilliardär für einige berühmte User, wie Stephen King, für den blauen Haken selbst zahlt, scheint das Interesse am kostenpflichtigen Twitter Blue- oder Verified Organizations-Abonnement trotz der Verifizierungs-Badges als Anreiz nicht sehr groß zu sein. Daher gibt Twitter Accounts mit über einer Million Followern den blauen Haken kostenfrei zurück – und ein paar tote Berühmtheiten haben derweil einen blauen Haken neu erhalten. Nicht nur einen Haken, sondern ein gültiges Bezahlabonnement benötigen ab jetzt allerdings alle, die auf der Plattform Werbung schalten möchten, zwangsläufig.


Advertiser werden zu kostenpflichtigen Abonnements gezwungen

Twitter Blue hebt nicht ab – und deshalb muss das Unternehmen auf die erhofften Mehreinnahmen durch die Bezahlabonnements größtenteils verzichten. Anfang Februar zählte die Plattform in den USA nur knapp 180.000 Abonnements für den Bezahlbereich Twitter Blue. Möglicherweise nimmt die Zahl der Abonnent:innen in diesem Bereich – oder im Unternehmensbereich Verified Organizations – noch zu. Mit dem Verschwinden der Legacy Blue Checkmarks (die alten blauen Haken) wollte Twitter eine neue Dringlichkeit für User schaffen, sich für ein Bezahlmodell zu entscheiden. Dafür greift das Unternehmen auf drastische Maßnahmen zurück – und hat damit bisher wenig Erfolg. Es sollen alle, die auf dem Kurznachrichtendienst künftig Werbung machen möchten, eine bezahlte Verifizierung vorweisen können.


Zahlreiche große Advertiser haben Twitter bereits aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Brand Safety auf der Plattform und Wankelmütigkeit Elon Musks verlassen, was die Plattform viel Geld gekostet hat. Eine Rückkehr unter der Prämisse des Abonnementzwangs wirkt unwahrscheinlicher als weitere Abwanderungen von nicht zahlungsbereiten Advertisern.


Zum anderen möchte Twitter den Usern, die nicht für die Verifizierung und Exklusiv-Features sowie Priorisierung in Replies und dergleichen zahlen, das Gefühl vermitteln, dass sie etwas verpassen. So können diese Nutzer:innen fortan keine Benachrichtigungen von verifizierten Accounts mehr sehen.


Auch damit möchte das Unternehmen den Umsatz über das Bezahlmodell ankurbeln. Allerdings sind die Anmeldezahlen für Twitter Blue weiterhin enttäuschend.


Verifizierungsirsinn auf Twitter: Blaue Haken im Willkürverfahren?

Der Software-Entwickler Travis Brown hat auf Twitter eine Übersicht geteilt, die zeigt, wie wenig verifizierte User, die ihre Legacy Blue Checkmarks verloren haben, im Rahmen dieser Entwicklung einen Tag darauf zu Twitter Blue wechselten.


Einige bekannte User verlassen Twitter nun ohne Verifizierung sogar, wie zum Beispiel Chris Messina, der als Erfinder des Hashtags auf Twitter gilt. Die meisten Nutzer:innen dürfte der Verlust des blauen Hakens aber kaum stören, wie auch Social-Media-Experte Matt Navarra angibt. Stars, wie Taylor Swift, zahlen zwar weiterhin für den Haken, doch andere, wie Oprah Winfrey, Cristiano Ronaldo und Papst Franziskus verzichten darauf.


Um den Verifizierungen und blauen sowie goldenen Haken im Kontext von Berühmtheiten weiterhin Gewicht beizumessen, setzten Twitter und Elon Musk einiges daran, die Verifizierungen auch auf unkonventionelle Weise zu verteilen. So zahlt Musk nicht nur für die Twitter Blue-Abonnements von Stephen King, William Shatner und Co., sondern sorgt auch dafür, dass viele Accounts mit über einer Million Follower ihr Legacy Blue Checkmark zurückbekommen, selbst wenn sie nicht für eine Verifizierung zahlen.


Kurioserweise wurden auch Accounts verstorbener Berühmtheiten, wie Kobe Bryant und Chadwick Bosemann, reverifiziert. Während Twitters Verifizierungsirsinn anhält und das Unternehmen um Einnahmen aus dem Abonnementmodell und aus Werbung ringt, suchen viele User nach Alternativplattformen. Einige nutzen den dezentralisierten Dienst Mastodon. Eine andere dezentrale Plattform, die als Alternative zu Twitter daherkommt, bietet das von Twitter-Gründer Jack Dorsey entwickelte BlueSky. Das soziale Medium ist bisher nur auf Invite-Only-Basis zu nutzen, die Betaversion ist kürzlich jedoch nach iOS auch bei Android eingeführt worden.

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