Werbung auf ChatGPT in Österreich und Deutschland: Der neue Werbekanal ist da

Google Ads, Facebook, Instagram, LinkedIn – und jetzt auch ChatGPT.

Was lange Zeit nur diskutiert wurde, ist mittlerweile Realität: Unternehmen können Werbung direkt in ChatGPT schalten. Nach dem Start in den USA wurde das Werbeangebot von OpenAI schrittweise international ausgerollt. Seit Ende August 2026 steht der Self-Service Ads Manager auch Unternehmen in Österreich und Deutschland zur Verfügung.

Damit entsteht ein neuer Werbekanal, der sich von klassischer Suchmaschinen- und Social-Media-Werbung in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Werbung kann genau in jenem Moment erscheinen, in dem sich Nutzer aktiv mit einem Thema beschäftigen, Möglichkeiten vergleichen oder eine Entscheidung vorbereiten.

Wie funktioniert Werbung auf ChatGPT?

ChatGPT Ads werden nicht einfach irgendwo innerhalb einer Antwort eingebaut. Die Werbeanzeigen erscheinen getrennt von der eigentlichen ChatGPT-Antwort und werden eindeutig als Werbung gekennzeichnet.

Eine Anzeige kann unter anderem folgende Elemente enthalten:

  • Name des Werbetreibenden
  • Logo bzw. Favicon
  • Überschrift
  • Beschreibungstext
  • Zielseite
  • Bild bzw. Werbemittel

Die Anzeigen können unterhalb einer ChatGPT-Antwort erscheinen, wenn sie thematisch zum aktuellen Gespräch und zur Situation des Nutzers passen.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen klassischen Werbeformen.

Ein Nutzer sucht möglicherweise nicht einfach nach einem Keyword wie „Hotel Kärnten“, sondern fragt beispielsweise:

„Ich suche für Oktober ein ruhiges Hotel an einem See in Österreich für ein verlängertes Wochenende.“

Oder:

„Welche Möglichkeiten gibt es, eine Photovoltaikanlage für mein Einfamilienhaus zu finanzieren?“

Oder:

„Welche Agentur kann für mein Unternehmen Google Ads und Social Media Kampagnen betreuen?“

Genau darin liegt das Potenzial von ChatGPT Ads: Die Plattform kennt nicht nur einzelne Suchbegriffe, sondern den Kontext einer Unterhaltung.

ChatGPT wird damit auch für Performance Marketing interessant

Bei Google Ads versuchen Unternehmen, Nutzer über deren Suchanfragen im richtigen Moment zu erreichen.

Bei Meta Ads oder LinkedIn Ads spielen Zielgruppen, Interessen, berufliche Merkmale und Nutzerverhalten eine wesentliche Rolle.

ChatGPT bringt nun eine weitere Ebene hinzu: Gesprächskontext und konkrete Absicht.

Menschen verwenden ChatGPT zunehmend, um Produkte zu recherchieren, Anbieter zu vergleichen, Reisen zu planen, Dienstleistungen zu finden oder Kaufentscheidungen vorzubereiten.

Für Unternehmen können dadurch interessante Kontaktpunkte entstehen – insbesondere dann, wenn Nutzer bereits relativ weit in ihrem Entscheidungsprozess sind.

Können Unternehmen in Österreich und Deutschland bereits ChatGPT Ads schalten?

Ja.

OpenAI hat ChatGPT Ads im August 2026 auf zahlreiche europäische Märkte ausgeweitet. Dazu gehören ausdrücklich auch Österreich und Deutschland.

Seit dem 31. August 2026 ist laut OpenAI außerdem der Self-Service-Zugang über den ChatGPT Ads Manager in diesen Märkten verfügbar.

Unternehmen müssen damit nicht mehr zwingend auf einen zukünftigen europäischen Start warten, sondern können sich bereits konkret mit Kampagnen auf ChatGPT beschäftigen.

Wer sieht Werbung auf ChatGPT?

Werbung wird nicht jedem ChatGPT-Nutzer angezeigt.

Nach den derzeitigen Vorgaben von OpenAI können Anzeigen insbesondere Nutzern der Free- und Go-Versionen angezeigt werden. Die kostenpflichtigen Tarife Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sind werbefrei.

Auch Nutzerkonten, die Personen unter 18 Jahren zugeordnet werden, erhalten keine Anzeigen.

Wichtig ist außerdem: Werbung und die Antworten von ChatGPT bleiben voneinander getrennt. Werbetreibende können durch ihre Anzeigen nicht beeinflussen, welche Antworten ChatGPT gibt.

Werden ChatGPT-Unterhaltungen an Werbetreibende weitergegeben?

Nein.

Das ist gerade bei Werbung innerhalb eines KI-Systems ein wichtiger Punkt.

Laut OpenAI erhalten Werbetreibende keinen Zugriff auf persönliche Chatverläufe, Erinnerungen oder personenbezogene Informationen der Nutzer. Unternehmen erhalten stattdessen aggregierte Informationen über die Performance ihrer Anzeigen, beispielsweise zu Aufrufen oder Klicks.

Gerade im europäischen Raum ist dieser Punkt aufgrund der hohen Datenschutzanforderungen besonders relevant.

Was kostet Werbung auf ChatGPT?

Wie bei anderen digitalen Werbeplattformen sollten Unternehmen nicht nur auf den reinen Anzeigenpreis schauen.

Entscheidend wird vielmehr sein:

Was kostet ein tatsächlich relevanter Besucher, Lead oder Kunde?

Ein Klick kann auf einer Plattform vergleichsweise teuer sein und trotzdem wirtschaftlicher funktionieren, wenn die Nutzer eine deutlich höhere Abschlusswahrscheinlichkeit haben.

Gerade deshalb wird es interessant sein, ChatGPT Ads mit bestehenden Kampagnen auf Google, Microsoft, Meta oder LinkedIn zu vergleichen.

Für Unternehmen empfiehlt sich daher zunächst ein kontrollierter Test mit definiertem Budget, sauberem Conversion-Tracking und klaren KPIs.

Für welche Unternehmen könnten ChatGPT Ads besonders interessant sein?

Grundsätzlich überall dort, wo Menschen vor einer Entscheidung Informationen benötigen und unterschiedliche Möglichkeiten vergleichen.

Dazu gehören beispielsweise Online-Shops, Tourismus und Hotels, Immobilien, Rechts- und Unternehmensberatung, Finanzdienstleistungen, Bildung, B2B-Dienstleistungen, Software, Handwerksbetriebe oder Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten.

Besonders interessant kann ChatGPT für Angebote werden, bei denen zwischen dem ersten Informationsbedarf und der tatsächlichen Anfrage oder dem Kauf mehrere Überlegungen stattfinden.

Denn genau dafür wird ChatGPT intensiv genutzt: Fragen stellen, Informationen sammeln, Möglichkeiten vergleichen und Entscheidungen vorbereiten.

ChatGPT Ads ersetzen Google und Social Media nicht

ChatGPT Ads sollten derzeit nicht als Ersatz für Google Ads, Meta Ads oder LinkedIn Ads betrachtet werden.

Vielmehr entsteht ein zusätzlicher Performance-Marketing-Kanal.

Für Unternehmen wird deshalb die Frage künftig weniger lauten:

„Google oder ChatGPT?“

Sondern vielmehr:

„Über welchen Kanal erreichen wir unsere Zielgruppe in welcher Phase der Kaufentscheidung am effizientesten?“

Genau diese Entwicklung macht ChatGPT Ads für Online-Marketing besonders spannend.

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