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  • Jürgen Grünauer

Facebook: Änderungen bei bestimmten Targeting-Optionen & Anzeigensteuerung

Ab heute werden bei Facebook einige Anzeigen-Targeting-Optionen entfernt. Diese werden entweder nicht besonders häufig genutzt oder betreffen Themen, die von vielen als sensibel empfunden werden. Außerdem wird die Anzeigensteuerung erweitert.

Der Social-Konzern geht davon aus, dass die besten Werbeerlebnisse personalisiert sind. Sie ermöglichen es Menschen, Produkte und Dienstleistungen von kleinen Unternehmen zu entdecken, die möglicherweise nicht in der Lage sind, sie im Fernsehen oder anderen Medien zu vermarkten. Sie ermöglichen auch gemeinnützigen, sozialen Zwecken und Organisationen, die Menschen zu erreichen, die sie am wahrscheinlichsten unterstützen und davon profitieren, wie z. B. die Verbindung von Menschen mit Spendenaktionen für wohltätige Zwecke, die ihnen am Herzen liegen. Gleichzeitig möchte Facebook den sich entwickelnden Erwartungen der Menschen, wie Werbetreibende sie auf unserer Plattform erreichen können, besser entsprechen und auf das Feedback von Bürgerrechtsexperten, politischen Entscheidungsträgern und anderen Interessenvertretern eingehen.


Entfernen von bestimmten Targeting-Optionen

Ab dem 19. Januar 2022 wird Facebook die Optionen für das detaillierte Targeting entfernen, die sich auf Themen beziehen, die von Menschen als sensibel empfunden werden, wie z. B. Optionen, die sich auf Anliegen, Organisationen oder Personen des öffentlichen Lebens beziehen, die sich auf Gesundheit, Rasse oder ethnische Zugehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Religion oder sexuelle Orientierung beziehen. Beispiele beinhalten:

  • Gesundheitliche Ursachen (z. B. „Lungenkrebsbewusstsein“, „Weltdiabetestag“, „Chemotherapie“)

  • Sexuelle Orientierung (z. B. „gleichgeschlechtliche Ehe“ und „LGBT-Kultur“)

  • Religiöse Praktiken und Gruppierungen (z. B. „Katholische Kirche“ und „Jüdische Feiertage“)

  • Politische Überzeugungen, soziale Themen, Ursachen, Organisationen und Zahlen

Es ist wichtig zu beachten, dass die von Facebook entfernten Interessen-Targeting-Optionen nicht auf den körperlichen Merkmalen oder persönlichen Attributen von Personen basieren, sondern auf Dingen wie den Interaktionen von Personen mit Inhalten auf der Plattform. Es werden laufend routinemäßig Targeting-Optionen überprüft, aktualisiert und entfernt, um das Anzeigensystem zu vereinfachen, Werbetreibenden und Menschen mehr Wert zu bieten und das Missbrauchspotenzial zu verringern. Facebook äußerte sich auch dahingehend, dass ihnen diese Entscheidung nicht leicht gefallen sei und wissen, dass diese Änderung einige Unternehmen und Organisationen negativ beeinflussen kann. Einige Werbepartner haben Bedenken hinsichtlich der Abschaffung dieser Ausrichtungsoptionen geäußert, da sie dazu beitragen können, einen positiven gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen, während andere die Entscheidung, sie zu entfernen, verstehen. Sie seien aber zuversichtlich, dass sie ihr Anzeigensystem weiterentwickeln können, um die Bedürfnisse aller zu erfüllen. Denn nach wie vor sei ihnen wichtig, Menschen dabei zu helfen, sich mit ihnen zu verbinden und die Unternehmen und Organisationen zu entdecken, die ihnen wichtig sind.


Weitere Targeting-Strategien

Ab dem 17. März wird jede aktive Kampagne, die die oben genannten Optionen noch verwendet, entweder angehalten oder betroffene Segmente daraus entfernt. Betroffene Kampagnen sollen aktualisiert und Änderungen veröffentlicht werden, um sicherzustellen, dass sie nach dem 17. März weiterhin aktiv geschaltet sind. Um bei dieser Umstellung zu helfen, hat der Social-Media Riese andere Targeting-Strategien als Alternative zusammengestellt. Auf diese Weise erreicht man weiterhin die gewünschte Zielgruppe.

Weiterhin das Publikum erreichen

Facebook meinte zudem, dass sie sich weiterhin dafür einsetzen, kleinen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und Interessengruppen dabei zu helfen, ihr Publikum zu erreichen. Neben der breiten Ausrichtung wie Geschlecht und Alter findet ihr im Folgenden einige Top-Tipps und Anwendungsbeispiele:

  • Eine Interessenvertretung, die Spenden sammeln möchte oder ein kleines Unternehmen, das versucht mit seinen Kunden in Kontakt zu treten, können Engagement Custom Audiences verwenden, um Personen zu erreichen, denen ihre Seite gefallen hat, oder Personen, die ihre Videos angesehen haben, die möglicherweise im News Feed erschienen sind (Video View Engagement Custom Audiences). Diese Personen haben bereits direktes Interesse an der Sache oder Marke des Werbetreibenden gezeigt und sich damit beschäftigt und sind möglicherweise daran interessiert, zu unterstützen, wenn ein Werbetreibender sich zurückmeldet.

  • Unternehmen und Gruppen können diese Engagement Custom Audiences auch als Seed-Audience verwenden, um Lookalike Audiences aufzubauen, die ihnen helfen, die Anzahl der Personen weiter zu erweitern.

  • Website Custom Audiences und Lookalikes, die auf diesen Zielgruppen basieren, können dabei helfen, Personen zu erreichen, die bereits mit der Website oder den Produkten eines Unternehmens oder einer Gruppe interagiert haben.

  • Location Targeting kann verwendet werden, um Personen in der Nähe des stationären Geschäfts eines Unternehmens oder im Umkreis der Versandmöglichkeiten zu erreichen, wenn sie online sind.

Darüber hinaus können Unternehmen und Gruppen, die die Erlaubnis ihrer Kunden haben, ihre Kundendaten für das Targeting über Kundenlisten einer benutzerdefinierten Zielgruppe verwenden.

Zusätzliche Anzeigensteuerung

Selbst nachdem die Targeting-Optionen aktualisiert wurden, sehen die Nutzer Innen möglicherweise immer noch Werbeinhalte, an denen sie nicht interessiert sind. Aus diesem Grund arbeitet Facebook auch daran, die Kontrolle zu erweitern, die es den Nutzern ermöglicht, weniger Werbung für bestimmte Arten von Inhalten zu sehen. Heutzutage können sich die Menschen dafür entscheiden, weniger Werbung in Bezug auf Politik, Elternschaft, Alkohol und Haustiere zu sehen. Anfang nächsten Jahres wird Facebook den Menschen die Kontrolle über mehr Arten von Werbeinhalten geben, darunter unter anderem Glücksspiel und Gewichtsabnahme. Wie in den letzten Jahren wird das Werbesystem weiter evaluiert und weiterentwickelt. Gleichzeitig möchte Facebook sicherstellen, dass sie ihren Partnern die Tools zur Verfügung stellen, die sie benötigen, um ihre Kunden zu erreichen und ihre Leistung auf der Plattform steigern.

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